Versteckte Tiere in Hotels

Der dritte und letzte Beitrag zur Buchmesse Leipzig betrifft das Hotel. Ich habe sehr spät für unglaublich günstiges Geld ein Hotel nahe der Messe gefunden und das hätte mich misstrauisch machen sollen.

Nein, es hat mich misstrauisch gemacht. Da ich aber geringe Ansprüche in Bezug auf Hotels habe, war mir das egal.

Da Hotel erinnerte mich nun in unheimlicher Weise an das in Halle, das ich 2009 besucht habe: Geführt von einer liebenswürdigen Dame älteren Semesters mit regional passendem Akzent und dem Bedürfnis, mit mir über „Gott und die Welt“ zu plaudern.

Zum Beispiel die Begrüßung damals im November 2009 in Halle:
Die Hoteldame telefoniert, als ich hereinkomme.
Sie legt auf und sagt: „Magenkrebs!“
Ich starre sie verdutzt an.
Sie: „Der Fischhändler vom Weihnachtsmarkt hat Magenkrebs.“
Ich (geistreich): „Aha.“
Sie: „Ja, die übernachten seit Jahren bei mir, immer im gleichen Zimmer und jetzt kommt die Frau allein.“
Ich: „Ich habe auch ein Zimmer gebucht?!“
Sie: „Ja, gut, ach so, dann herzlich willkommen.“ (gefolgt von unverständlichem Gemurmel)


Ähnlich auch das Frühstücksgespräch in Halle:
Sie: „69 Cent!“ *
Ich: „Bitte?“
Sie: „Die Bananen beim Real kosten nur 69 Cent das Kilo.“
Ich: „Ach.“
Sie: „Ja, wissense, ich bin ja damals zu DDR-Zeiten auf einem Bananendampfer gefahren. Und wir haben die ja vor Italien über Bord schmeißen müssen, weil wir die nicht in den Osten bringen durften. Die gesamte Ladung, alles haben wir weggeschmissen. “
Ich: sprachlos, während mir unzusammenhängende Gedanken über Ostdeutschland und Bananen durch den Kopf schießen…

*die genaue Summe habe ich nicht mehr im Kopf. Aber es war ein irrsinnig niedriger Cent-Betrag


Und nein, das habe ich mir nicht ausgedacht, das ist wirklich (höchstens nicht ganz wortwörtlich) so passiert. Daran fühlte ich mich sehr erinnert, als ich nun das Hotel in Leipzig betrat und die Dame des Hauses vor einer Spät-Achtziger-Kunstleder-Sessel-Kulisse Wäsche zusammenlegte und mir mitteilte, dass ich zu früh wäre, aber trotzdem einchecken könnte.

Sie: „Sie bekommen ein Doppelzimmer.“
Ich: „Prima, dann kann ich ja noch jemanden mitbringen.“
Sie: „Der bezahlt aber!!“
Ich: „Nein, das war ein Witz. Ich meinte, falls man jemanden kennenlernt und dann…“ (gefolgt von sinnlosem sich um-Kopf-und-Kragen-reden)
Sie (abschätzender Blick): „Kennen Sie jemanden, der noch kein Zimmer hat?“
Ich: „Nein! Und wenn, dann würde ich den doch nicht einfach mit auf’s Zimmer nehmen, je nachdem, wer das ist. Das war wirklich ein Witz!“ (und ich frage mich wirklich, ob ich wie jemand aussehe, der Mädels aufreisst und ins Hotel abschleppt?? Gute Güte!)


Das Hotel war ohne Worte. Daher zeige ich Euch die Bilder:

Man legte Wert auf frisches Grün im Zimmer:

kaktus.jpg


Auch im Look & Fell, äh, Feel zog sich die Treue zum 80er Design durch:

decke.jpg


Mich erinnerte das an ein schlafendes Tier. Und zu dem gesellte sich noch eins einer lauernden Spezies - oder: Finde den Fön:

becken.jpg


Fön gefunden:

fön.jpg


Einen winzigen Augenblick habe ich wirklich erwartet, dass der mich anspringt. Jaja, ich habe halt eine lebhafte Fantasie. Ich kann damit leben :-)

In diesem Sinne Euer Tom

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