Elektronische Bücher (Reader-Erfahrung)

Aus aktuellem Anlass versuche ich im Moment, mein Verhältnis zu eBooks (oder E-Books oder Ebooks) zu klären.

Ich besitze keinen Reader, sondern ein Samsung Galaxy Tab, das ich mir als „Reader, mit dem man notfalls auch telefonieren und Musik hören kann“, angeschafft habe.

Diesen habe ich in den letzten Monaten ausschließlich genutzt, weil ich mein Gepäck reduzieren wollte. Mein Urteil fällt gemischt aus.

  1. Für wissenschaftliches Arbeiten ist der Reader eine feine Sache. Eine kurze Eingabe des Suchwortes und schon findet man die entsprechende Textstelle. Markieren, überarbeiten, löschen, alles kein Problem.
  2. Für das freizeitliche Lesen sollte der Reader für mich gleichermaßen geeignet sein. Ich lege bei den meisten Büchern keinen Wert auf die äußere Erscheinung. Mir sind Einband, Umschlag, Lesebändchen und sonst was egal. Ich lese sogar lieber Taschenbücher als gebundene. Mir kommt es auf den Inhalt an. Und trotzdem hatte ich nicht so große Lust auf’s Lesen, wie bei den Papiervarianten. Ich weiß nicht warum. Ich weiß nur, dass es so ist. Ich bin sogar, quasi als „Feldversuch“, so weit gegangen, dass ich ein Taschenbuch auch als eBook gekauft habe (Chainfire von Terry Goodkind). Was soll ich sagen? Ich habe zum Papier gegriffen. Warum, ist mir ein Rätsel.
  3. Es ist irgendwie... nicht romantisch, ein eBook geschenkt bekommen. Auf der einen Seite war es natürlich toll, dass Julia, die in Münster ist, mir ein eBook schenkt, während ich in Warschau bin. Ich kann es herunterladen und sofort lesen. Trotzdem ist das nicht dasselbe. Werden wir zukünftig Weihnachten nur noch amazon- und-iTunes Gutscheine verschenken?
  4. Die Technik nervt (noch). Das wird sich alles ändern. Aber im Moment sind wir noch eher in der Beta-Phase, oder? Ich könnte hier jetzt schon einige Geschichten wiedergeben, aber am besten gefällt mir Susannes Zusammenfassung, die der technischen Herausforderung stets locker flockig begegnet ist...

    Ich selbst habe in einem wissenschaftlichen Buch plötzlich Markierungen gesehen, die ich nicht gesetzt habe (zumindest erinnere ich mich nicht daran...). Die Erklärung der kindle-Hotline lautet: „Fehler bei der Synchronisation. Kommt vor.“
    Ah...ja.
    Im weiteren Verlauf des Gespräches fragt mich der freundliche und kompetente Mann (ja, ich weiß, es geht um Hotlines, aber das meine ich an dieser Stelle ernst!), wie viele Endgeräte ich hätte. Auf meine Antwort „Zwei“ schlug er vor, die restlichen vier Geräte, die ich angemeldet hätte, zu löschen. Ich habe mein Smartphone mehrfach (konkret demnach fünffach) angemeldet, weil das damals so „einfach“ gewesen ist. Was das Problem gewesen ist? Keine Ahnung, aber es hat genervt.

Ich bin gespannt, wo die Reise hinführt. Mit dotbooks ist in diesem Monat der erste deutsche eBook-Verlag an den Start gegangen. „Die Szene“ beobachtet dies meiner Empfindung nach mit vorsichtig abwartender Neugier und kaum einer wagt eine Prognose, ob das ein Top oder Flop sein wird.

Zu einem ebenfalls gemischten Resümee über eBooks kommt Konrad Liessmann in seinem Artikel „Bücherdämmerung“ im österreichischen Standard. Interessant hier der Ausflug in die „Ära“ der CDs, die an mir spurlos vorbeigegangen ist.

Nachdenklich verbleibt
Euer Tom

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