Druckfrisch bricht eine Lanze für die Fantasy

Das Genre Fantasy, wie auch immer es definiert ist, zu verurteilen, ist ja nicht neu. Die kürzlichen Aussagen einer nicht näher genannten ehemaligen Literaturkritikerin haben zum Glück nicht das Aufsehen erregt, welches diese ehemalige Literaturkritikerin sich vermutlich gewünscht hat. Dennoch freue ich mich über diesen Beitrag: In der Sendung Druckfrisch empfiehlt Denis Scheck Patrick Rothfuss' Werk "Die Furcht des Weisen".

Für diejenigen unter Euch, die Fantasy lesen, ist die Empfehlung der Fortsetzung von "Der Name des Windes" eigentlich überflüssig, dass dieses Buch ein "Must-Read" ist, versteht sich von selbst. Daher möchte ich auf die viel wichtigere Aussage hinweisen. Denis Scheck wörtlich:


"Manche Leser können mit solchen Fantasyromanen rein gar nichts anfangen. Das soll vorkommen – mein Gott, es soll dem Vernehmen nach ja sogar Menschen geben, die keine Krimis mögen. Aber manche Menschen begründen ihre literarischen Geschmacksvorlieben mit einer angeblichen Minderwertigkeit von Krimis oder eben Fantasy. Das ist absurd."


Vielleicht ist die Spitze auf jene nicht näher genannte ehemalige Literaturkritikerin unbeabsichtigt. Da hier jedoch Fantasy in einem Atemzug mit Krimis genannt wird, bin ich mal ein Schelm und denke Böses. Ohne dabei Herrn Scheck irgendetwas unterstellen zu wollen.

Aber es kommt noch schöner:


"Abgesehen von einer vielleicht doch eher kurzlebigen Mode namens bürgerlichem Realismus von noch nicht mal zweihundert Jahren sind in der gut dreitausendjährigen Geschichte der Literatur Erzählungen mit Elfen, Drachen, Riesen, Zwergen und Monstern in der Literatur aber nun mal eher die Regel, denn die Ausnahme. Mir jedenfalls wäre es daher auch viel lieber, in unseren Buchhandlungen anstelle der eigens für Fantasy reservierten Regale spezielle Abteilungen für jene Bücher zu sehen, in denen garantiert keine solchen Phantasiegeschöpfe und keine Zauberei vorkommt: quasi das literarische Pendant zum Nichtschwimmerbecken im Freibad oder der Schonkost für Menschen mit empfindlichen Mägen."


Dem ist nichts hinzuzufügen.
Vielen, vielen Dank, Denis Scheck!

Kommentare:

Oliver Tuesday 06. March 2012, 12:54

Man kann von seiner Meinung noch so überzeugt sein, es ist trotzdem immer wieder schön, sie von illustrer Seite aus bestätigt zu sehen :-) Btw. führt Herr Scheck meines Erachtens mit Druckfrisch ein wirklich wohlsortiertes und frisch präsentiertes Literaturmagazin. Leider verpasst man es aufgrund des kläglichen Sendetermins allzu oft (wie hier wieder mal geschehen).

Tom Wednesday 07. March 2012, 16:36

Hi Oliver,
aber dafür gibt es doch inzwischen Mediatheken (und gab es schon immer Videorecorder)?! Ich dachte eigentlich, die Zeiten, in denen man just-in-time guckt, sind in Deinem Haushalt genauso lange passé wir bei mir...
Grüße von Tom

Oliver Monday 19. March 2012, 11:43

Mediatheken sind gut und schön und werde ich in diesem Fall auch nutzen. Jedoch bevorzuge ich den Fernseher jederzeit allen Computer-Bildschirmen, und soweit dass ich jedwedes Web-Video aufwandfrei auch zum TV pumpen kann bin ich noch nicht. Wird dieser Tage aber gerne übersehen, siehe aktuelles Geschacher um Bundesliga-Übertragungsrechte.

Und sorry, Mediathek oder nicht, der Sendetermin ist und bleibt kläglich und bedauernswert!

Tom Saturday 24. March 2012, 10:31

Das stimmt!

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